Kapazitätssteigerung und betriebliche Renundanz auf der Berliner Stadtbahn
Die als Stadtbahn bekannte Verbindung der Berliner Bahnhöfe Charlottenburg und Ostbahnhof hat ausgerechnet am Berliner Hauptbahnhof keine Überleitstelle zwischen den Richtungsgleisen. Die S-Bahn kann nur am Bahnhof Zoologischer Garten und die Fernbahn kann nur an der Friedrichstraße aus Richtung Westen kreuzungsfrei wenden. Der Bahnhof Friedrichstraße, der während der Teilung der Stadt als Grenzbahnhof genutzt wurde, verfügt auf den Fernbahngleisen noch über 4 Bahnsteigkanten. Weil die Züge, die dort halten, auch alle am Alexanderplatz halten, sind diese vier Gleise betrieblich nicht unbedingt nötig. Hier besteht die Chance, ohne weiteren Flächenverbrauch und mit relativ einfach zu bewerkstelligen Maßnahmen* die Kazität enorm zu steigern.
Der Kapazitätsgewinn besteht in erster Linie in der Möglichkeit, S-Bahn-Verstärkerzüge, etwa bei Großveranstaltungen auf dem Messegelände oder im Olympiastadion, auf den Abschnitt zu beschränken, auf dem der höchste Bedarf besteht, nämlich zwischen dem Hauptbahnhof bzw. dem Stadtzentrum und dem Veranstaltungsort.
Außerdem muß bei Störungen z.B. am Hauptbahnhof oder am Hackeschen Markt nicht die gesamte Strecke gesperrt werden. Sondern die Züge können aus beiden Richtungen zumindest bis zum zentral gelegenen Bahnhof fahren, von wo aus Reisende die Möglichkeit haben, mit der U-Bahn, der S-Bahn oder der Straßenbahn ihre Fahrt fortzusetzen
Drei Bahnsteigkanten für die S-Bahn, drei Bahnsteigkanten für den Regionalverkehr
Nach dem Vorbild des Bahnhofs Groß Karben (ähnlich Lang Göns) auf der Main - Weser-Bahn werden drei Gleise genutzt: Die jeweils äußeren sind Stammgleise für den durchfahrenden Verkehr und das mittlere dient als Ausweich-, Reserve- oder Wendegleis. Am Bahnhof Berlin-Friedrichstraße ist somit das Gleis 1 für alle Züge in Richtung Alexanderplatz - Ostkreuz und das Gleis 3 für alle Züge in Richtung Hauptbahnhof - Zoo, die Beschilderung und Wegführung ist entsprechend anzupassen.
Gleis 4 wird mit einer Stromschiene ausgestattet und ist das Richtungsgleis für alle S-Bahnen in Richtung Ostbahnhof. So wird das Gleis 5, auf dem diese Züge bisher hielten, zum Reserve-, Ausweich- und Wendegleis für die S-Bahn. Verstärkerkurse, wie sie bei der Innotrans 2026 dringend nötig gewesen wären, müssen nicht die Strecke bis zum Ostbahnhof fahren. Mit einer Fahrzeit von 22 Minuten ist ein Umlauf in einer Stunde zu schaffen, und bei einem Einsatz der Züge im 10-Minuten-Takt sind 2 Züge samt Personal frei. Von der Heerstraße bis zur Friedrichstraße ist ein 3-4-Minutentakt möglich - Dafür ist die Strecke ja auch gebaut worden!
* Umbau von drei Weichen, Ausrüstung eines Bahnhofsgleises mit Stromschiene und Anpassung der Leittechnik